Marken aus Schleswig-Holstein
Markengeschichten – hier stellen wir Ihnen Marken aus Schleswig-Holstein vor.
Doppelherz
Flensburg – Wer an Flensburg denkt, denkt an die gleichnamige Brauerei oder an Beate Uhse, an Doppelherz denken wohl die wenigsten.
Aber die Kraft der zwei Herzen schlägt in Schleswig-Holsteins Norden. Schwarz und rot prangen die beiden stilisierten Herzen über dem Schriftzug „Doppelherz“ auf dem Schild in der Schleswiger Straße im Flensburger Gewerbegebiet. Darunter der Name der Firma, die hinter der Marke steht: Queisser Pharma. Allerdings wurde der Firmensitz erst 1987 nach Norddeutschland verlegt. Ihren Ursprung hat die Marke Doppelherz in Essen. Im Jahre 1919 mischte hier der Drogerist Josef Peter Hennes aus Kräutern und weiteren natürlichen Essenzen die Originalrezeptur des Energie-Tonikums und gründete die Doppelherz-Pharma, die später mit der Hamburger Firma Queisser, einem Hersteller von Zahnpasta, flüssigen Seifen und Haftcremes, zur Queisser Pharma verschmolz.
Generell scheint Queisser ein Fall für Zwei zu sein: Hervorgegangen aus zwei Firmen, geleitet von zwei Geschäftsführern, getragen von zwei besonders wichtigen Produktlinien, wirtschaftlich gewachsen durch den Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten. Denn mit der Wiedervereinigung begann die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte der Marke Doppelherz. Hier profitierten die Queisser-Manager von einer Entscheidung, die schon lange zurückliegt; nämlich der, das Energie-Tonikum in der dunklen Flasche im Fernsehen zu bewerben. „Weil viele Menschen in der DDR Westfernsehen geschaut haben, kannte man uns schon vor dem Mauerfall“, erklärt Geschäftsführer Gert Bendixen. Sein Geschäftsführer-Kollege Jan Kuskowski ergänzt: „Dadurch waren wir unserer Konkurrenz auf diesem Markt einen Schritt voraus.“ Ein Schritt, der zu einer Verdoppelung der Umsätzen führte. Für 2003 rechnen die Flensburger mit einem Umsatz von 68 Millionen EURO und beschäftigen 190 Mitarbeiter.
Konsequent bearbeitet Queisser daher nach dem ostdeutschen nun die osteuropäischen Märkte. Seit 1996 ist Queisser mit seinen Marken Doppelherz und Protefix, einem Haftmittel für die dritten Zähne, auch in Polen, Russland und den GUS-Staaten vertreten.
Neben Marktentwicklung setzt Queisser auf einen Ausbau seiner Dachmarke Doppelherz. Denn längst ist Doppelherz mehr als nur das flüssige Tonikum. Auch Kapseln, Dragees und Tabletten gehören heute in das Programm. „Im Gesundheitsmarkt liegt einer der Megatrends der Zukunft“, meint Kuskoswski. Dabei komme der Selbstmedikation eine immer bedeutendere Rolle zu. Die Marktforscher von Nielsen veranschlagen das Volumen der über Drogerien und den Lebensmittelein-zelhandel vertriebenen Arzneimittel für den Zeitraum der letzten zwölf Monate bis Ende Juli 2003 auf rund 600 Millionen EURO. Dieser Bereich verzeichne Zuwachs-raten von etwa drei Prozent, während Doppelherz mit 17 Prozent überproportional zulege, so Kuskowski. Neben der Qualität der Produkte und dem Engagement der eigenen Mitarbeiter sieht Bendixen den Hauptgrund Grund für den Erfolg der Firma Queisser in der Marke Doppelherz selbst. „Doppelherz steht für eine vertrauenswürdige Marke und die Gesundheit ist nun einmal eine Frage des Vertrauens“, so Bendixen. Und wenn auch noch der größte Teil der Doppelherz-Kunden älter als 60 Jahre ist, so soll sich zukünftig die Marke Doppelherz verstärkt auch an eine jüngere, gesundheitsbewusste Käuferschaft wenden. Dabei seien aber zwei Dinge bei Queisser so sicher als wären sie in Granit gemeisselt, erklären die beiden Geschäftsführer: Das sei zum einen das Doppelherz-Logo „in seinem unverwechselbaren Bild“ und der Slogan „Die Kraft der zwei Herzen“. Denn, und auch darin sind sich die Geschäftsführer einig: „Der Wert unseres Unternehmens sind unsere Marken.“
Aber die Kraft der zwei Herzen schlägt in Schleswig-Holsteins Norden. Schwarz und rot prangen die beiden stilisierten Herzen über dem Schriftzug „Doppelherz“ auf dem Schild in der Schleswiger Straße im Flensburger Gewerbegebiet. Darunter der Name der Firma, die hinter der Marke steht: Queisser Pharma. Allerdings wurde der Firmensitz erst 1987 nach Norddeutschland verlegt. Ihren Ursprung hat die Marke Doppelherz in Essen. Im Jahre 1919 mischte hier der Drogerist Josef Peter Hennes aus Kräutern und weiteren natürlichen Essenzen die Originalrezeptur des Energie-Tonikums und gründete die Doppelherz-Pharma, die später mit der Hamburger Firma Queisser, einem Hersteller von Zahnpasta, flüssigen Seifen und Haftcremes, zur Queisser Pharma verschmolz.
Generell scheint Queisser ein Fall für Zwei zu sein: Hervorgegangen aus zwei Firmen, geleitet von zwei Geschäftsführern, getragen von zwei besonders wichtigen Produktlinien, wirtschaftlich gewachsen durch den Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten. Denn mit der Wiedervereinigung begann die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte der Marke Doppelherz. Hier profitierten die Queisser-Manager von einer Entscheidung, die schon lange zurückliegt; nämlich der, das Energie-Tonikum in der dunklen Flasche im Fernsehen zu bewerben. „Weil viele Menschen in der DDR Westfernsehen geschaut haben, kannte man uns schon vor dem Mauerfall“, erklärt Geschäftsführer Gert Bendixen. Sein Geschäftsführer-Kollege Jan Kuskowski ergänzt: „Dadurch waren wir unserer Konkurrenz auf diesem Markt einen Schritt voraus.“ Ein Schritt, der zu einer Verdoppelung der Umsätzen führte. Für 2003 rechnen die Flensburger mit einem Umsatz von 68 Millionen EURO und beschäftigen 190 Mitarbeiter.
Konsequent bearbeitet Queisser daher nach dem ostdeutschen nun die osteuropäischen Märkte. Seit 1996 ist Queisser mit seinen Marken Doppelherz und Protefix, einem Haftmittel für die dritten Zähne, auch in Polen, Russland und den GUS-Staaten vertreten.
Neben Marktentwicklung setzt Queisser auf einen Ausbau seiner Dachmarke Doppelherz. Denn längst ist Doppelherz mehr als nur das flüssige Tonikum. Auch Kapseln, Dragees und Tabletten gehören heute in das Programm. „Im Gesundheitsmarkt liegt einer der Megatrends der Zukunft“, meint Kuskoswski. Dabei komme der Selbstmedikation eine immer bedeutendere Rolle zu. Die Marktforscher von Nielsen veranschlagen das Volumen der über Drogerien und den Lebensmittelein-zelhandel vertriebenen Arzneimittel für den Zeitraum der letzten zwölf Monate bis Ende Juli 2003 auf rund 600 Millionen EURO. Dieser Bereich verzeichne Zuwachs-raten von etwa drei Prozent, während Doppelherz mit 17 Prozent überproportional zulege, so Kuskowski. Neben der Qualität der Produkte und dem Engagement der eigenen Mitarbeiter sieht Bendixen den Hauptgrund Grund für den Erfolg der Firma Queisser in der Marke Doppelherz selbst. „Doppelherz steht für eine vertrauenswürdige Marke und die Gesundheit ist nun einmal eine Frage des Vertrauens“, so Bendixen. Und wenn auch noch der größte Teil der Doppelherz-Kunden älter als 60 Jahre ist, so soll sich zukünftig die Marke Doppelherz verstärkt auch an eine jüngere, gesundheitsbewusste Käuferschaft wenden. Dabei seien aber zwei Dinge bei Queisser so sicher als wären sie in Granit gemeisselt, erklären die beiden Geschäftsführer: Das sei zum einen das Doppelherz-Logo „in seinem unverwechselbaren Bild“ und der Slogan „Die Kraft der zwei Herzen“. Denn, und auch darin sind sich die Geschäftsführer einig: „Der Wert unseres Unternehmens sind unsere Marken.“
Dithmarscher Pilsener
Marne – Die Dithmarscher sind über die Grenzen ihres Stammesgebietes hinaus bekannt. Ähnlich wie den Bewohner eines kleinen gallischen Dorfes zur Zeit des großen Julius Caesar wird ihnen eine gewisse Unbeugsamkeit und Bodenständigkeit nachgesagt. Schon 1500 waren die Dithmarscher Bauern „lever dot as slaw” und besiegten das ritterliche Söldnerheer des dänischen Königs bei Hemmingstedt. Ob ihnen dabei ein Zaubertrank half, wie er Asterix und Obelix zum Verprügeln römischer Legionäre zur Verfügung stand, ist nicht überliefert. Überliefert dagegen ist, dass seit mindestens 1775 in Marne in Dithmarschen Bier gebraut wird. Eine Tradition, die die Dithmarscher Brauerei bis heute erfolgreich fortführt. Bereits in der vierten Generation seit 1899 gehört die Brauerei der Familie Hintz; geleitet wird sie von Geschäftsführer Christoph Steding, für den Gerstensaft selbst zeichnet Braumeister Hans Senff verantwortlich.
Die Kraft der Dithmarscher liegt in der Flasche. Als die Comic-Figur Werner in den Achtziger Jahren die Bügelverschlussflasche der Flensburger Brauerei und norddeutsche Trinkgewohnheiten bundesweit einem breiten Publikum darbot, brachten auch die Dithmarscher ihr „Beugelbuddelbeer“ auf den Markt. Es war die Wiedergeburt einer traditionellen Flaschenform, die den Absatz der Dithmarscher in Schwung brachte. Als dann die 300-millionste Beugelbuddel im Oktober 1996 abgefüllt wurde, erweiterten die Dithmarscher ihr Sortiment um das „Dithmarscher Dunkel“. Ein Bier, das vor allem bei Frauen sehr beliebt sei, so Steding. „Dithmarscher Urtyp“ und „Achtern Diek Landbier“ vervollständigen die Produktpalette. Dabei konkurriert der Urtyp in der traditionellen 0,33-Liter-„Steinieflasche“ mit Bieren wie Holsten Edel und Astra Urtyp, das Landbier dagegen ersetzt die 0,5-Liter-Dose. „Achtern Diek Landbier ist unsere Preiseinstiegsmarke“, erklärt Steding. Für die etwas gehobeneren Ansprüche steht die schlanke „Longneck“-Flasche.
Flaschenform und Qualität des Getränks garantieren den Erfolg des mittelständischen Unternehmens mit seinen rund 50 Mitarbeitern. In dem hart umkämpften Biermarkt konnten sich die Norddeutschen mit ihrem „Dithmarscher Pilsener...naturfrisch vom Lande!“ gut behaupten. Ein Grund für den Erfolg ist auch das konsequente Kostenmanagement, das es ermöglicht, die Produkte dem Verbraucher zu einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis anzubieten, so Steding. Dies sei vor allem deswegen so bedeutend, weil die Käufer überaus preisbewusst geworden seien. Aber: „Wir akzeptieren Unterschiede im Geschmack, nicht aber in der Qualität“, sagt Steding selbstbewusst. So prämierte die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) 2001 Dithmarscher Pilsener und Dunkel mit der Bestnote „Gold“.
Die Dithmarscher sehen sich als regionale, „ehrliche“ Biermarke. „Wir spinnen nicht“; meint Steding, „wir bleiben bodenständig.“ Gutes Bier zu akzeptablen Preisen wollen die Dithmarscher ihren Kunden bieten – in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen. Denn trotz Globalisierung suchen und finden viele Menschen ihre Identität in der Region, manch einem mag dabei ein Dithmarscher Pilsener helfen.
Die Kraft der Dithmarscher liegt in der Flasche. Als die Comic-Figur Werner in den Achtziger Jahren die Bügelverschlussflasche der Flensburger Brauerei und norddeutsche Trinkgewohnheiten bundesweit einem breiten Publikum darbot, brachten auch die Dithmarscher ihr „Beugelbuddelbeer“ auf den Markt. Es war die Wiedergeburt einer traditionellen Flaschenform, die den Absatz der Dithmarscher in Schwung brachte. Als dann die 300-millionste Beugelbuddel im Oktober 1996 abgefüllt wurde, erweiterten die Dithmarscher ihr Sortiment um das „Dithmarscher Dunkel“. Ein Bier, das vor allem bei Frauen sehr beliebt sei, so Steding. „Dithmarscher Urtyp“ und „Achtern Diek Landbier“ vervollständigen die Produktpalette. Dabei konkurriert der Urtyp in der traditionellen 0,33-Liter-„Steinieflasche“ mit Bieren wie Holsten Edel und Astra Urtyp, das Landbier dagegen ersetzt die 0,5-Liter-Dose. „Achtern Diek Landbier ist unsere Preiseinstiegsmarke“, erklärt Steding. Für die etwas gehobeneren Ansprüche steht die schlanke „Longneck“-Flasche.
Flaschenform und Qualität des Getränks garantieren den Erfolg des mittelständischen Unternehmens mit seinen rund 50 Mitarbeitern. In dem hart umkämpften Biermarkt konnten sich die Norddeutschen mit ihrem „Dithmarscher Pilsener...naturfrisch vom Lande!“ gut behaupten. Ein Grund für den Erfolg ist auch das konsequente Kostenmanagement, das es ermöglicht, die Produkte dem Verbraucher zu einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis anzubieten, so Steding. Dies sei vor allem deswegen so bedeutend, weil die Käufer überaus preisbewusst geworden seien. Aber: „Wir akzeptieren Unterschiede im Geschmack, nicht aber in der Qualität“, sagt Steding selbstbewusst. So prämierte die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) 2001 Dithmarscher Pilsener und Dunkel mit der Bestnote „Gold“.
Die Dithmarscher sehen sich als regionale, „ehrliche“ Biermarke. „Wir spinnen nicht“; meint Steding, „wir bleiben bodenständig.“ Gutes Bier zu akzeptablen Preisen wollen die Dithmarscher ihren Kunden bieten – in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen. Denn trotz Globalisierung suchen und finden viele Menschen ihre Identität in der Region, manch einem mag dabei ein Dithmarscher Pilsener helfen.
Bootsmann Taschen
Achterwehr – Kopien kommen Karsten Erdmann nicht in die Tüte, vor allem wenn es um seine Taschen geht. Kopien stoßen ihm sauer auf. Als er und seine Frau Jana Femerling vor zwei Jahren aus verschiedenfarbigen Bootsplanen, Pkw-Sicherheitsgurten und gebrauchten Fahrradschläuchen die ersten Bootsmann-Taschen nähten, ahnten sie nicht, dass sie eine Taschenform entwickeln würden, die bis heute einige Nachahmer finden sollte. Ein halbes Jahr Entwicklungszeit hatten er und seine Frau in das Design ihrer Taschen gesteckt, sie im Freundeskreis „getestet“ und für gut befunden, bevor sie sie unter dem Bootsmann-Label auf den bunten Taschen-Markt brachten. Dabei hatten sie mit den aus LKW-Plane gefertigten Taschen der Firma Freitag aus der Schweiz selbst ein Vorbild. Aber Farben und Formen sollten etwas ganz Eigenes werden. „Wir wollten es so machen, wie es keiner macht“, sagt der gelernte Segelmacher, „und jetzt kopieren uns sogar Firmen im Kieler Raum.“ Eine Tatsache, die trotz allen Verdrusses die Arbeit der beiden Taschen-Entwickler bestätigt: Nur was gut ist, wird nachgebaut.
Das unterstreichen auch die Produktionszahlen. 200 Taschen verlassen monatlich die Bootsmann-Manufaktur. Davon wird rund ein Drittel über das Internet verkauft. „Klick Deine Tasche...“ lautet der Slogan, unter dem man sich auf www.bootsmann-kiel.de eine Tasche ganz nach dem eigenen Geschmack farblich zusammenstellen kann. Die restlichen zwei Drittel werden über spezielle Fachgeschäfte in Kiel, Hamburg und Westerland/Sylt vertrieben oder bei Verkaufsaktionen, wie auf dem Duckstein-Festival, an die Frau gebracht. Denn 80 Prozent der Kundschaft ist weiblich, schätzt Erdmann. Vor allem Frauen im Alter zwischen Mitte 20 und Mitte 30 schätzen „ihre“ individuelle Bootsmann-Tasche.
Schwerpunkt des Marktes ist der norddeutsche Raum, aber über das Internet gehen auch Bestellungen aus Köln oder Berlin ein. Denn mittlerweile ist die lokale Marke „Bootsmann-Kiel“ in ganz Deutschland bekannt. Trotzdem soll Bootsmann weiterhin als regionale Marke positioniert werden.
Ohne Schulden, ganz aus dem Stand heraus hat sich die Firma Bootsmann entwickelt. Heute ist die Nachfrage so groß, dass Erdmann mit dem Nähen kaum noch hinterher kommt. Und das Alles ohne Akquisition. „Wir haben gar keine Zeit darüber nachzudenken, wie es eigentlich zum Erfolg gekommen ist“, sagt Erdmann. Die Taschenkörper lässt er zum Teil in Lohn fertigen, bevor er an seiner Nähmaschine selbst Hand anlegt und den Taschen ihr eigentliches, individuelles Aussehen verleiht und sie so zum Einzelstück macht. Für die Zukunft haben sich Karsten Erdmann und Jana Femerling vorgenommen, die Produktpalette zu erweitern: „Wir wollen noch vielfältiger werden“, erklärt Erdmann. Nicht mehr Masse, sondern noch stärker auf individuelle Kundenwünschen wollen die Bootsmänner eingehen. Bevor diese Pläne angepackt werden, steht zunächst der Umzug von Achterwehr nach Holtenau an – und vielleicht wird hier der gute, alte Bananenkarton als modischer Taschenkörper entdeckt.
Das unterstreichen auch die Produktionszahlen. 200 Taschen verlassen monatlich die Bootsmann-Manufaktur. Davon wird rund ein Drittel über das Internet verkauft. „Klick Deine Tasche...“ lautet der Slogan, unter dem man sich auf www.bootsmann-kiel.de eine Tasche ganz nach dem eigenen Geschmack farblich zusammenstellen kann. Die restlichen zwei Drittel werden über spezielle Fachgeschäfte in Kiel, Hamburg und Westerland/Sylt vertrieben oder bei Verkaufsaktionen, wie auf dem Duckstein-Festival, an die Frau gebracht. Denn 80 Prozent der Kundschaft ist weiblich, schätzt Erdmann. Vor allem Frauen im Alter zwischen Mitte 20 und Mitte 30 schätzen „ihre“ individuelle Bootsmann-Tasche.
Schwerpunkt des Marktes ist der norddeutsche Raum, aber über das Internet gehen auch Bestellungen aus Köln oder Berlin ein. Denn mittlerweile ist die lokale Marke „Bootsmann-Kiel“ in ganz Deutschland bekannt. Trotzdem soll Bootsmann weiterhin als regionale Marke positioniert werden.
Ohne Schulden, ganz aus dem Stand heraus hat sich die Firma Bootsmann entwickelt. Heute ist die Nachfrage so groß, dass Erdmann mit dem Nähen kaum noch hinterher kommt. Und das Alles ohne Akquisition. „Wir haben gar keine Zeit darüber nachzudenken, wie es eigentlich zum Erfolg gekommen ist“, sagt Erdmann. Die Taschenkörper lässt er zum Teil in Lohn fertigen, bevor er an seiner Nähmaschine selbst Hand anlegt und den Taschen ihr eigentliches, individuelles Aussehen verleiht und sie so zum Einzelstück macht. Für die Zukunft haben sich Karsten Erdmann und Jana Femerling vorgenommen, die Produktpalette zu erweitern: „Wir wollen noch vielfältiger werden“, erklärt Erdmann. Nicht mehr Masse, sondern noch stärker auf individuelle Kundenwünschen wollen die Bootsmänner eingehen. Bevor diese Pläne angepackt werden, steht zunächst der Umzug von Achterwehr nach Holtenau an – und vielleicht wird hier der gute, alte Bananenkarton als modischer Taschenkörper entdeckt.
ERASCO
Lübeck – Die Dosensuppe hat einen Namen: Campbell’s Soup. Spätestens seit Andy Warhol die rot-weiße Dose mit dem charakteristischen Schriftzug zur Kunst erhob, ist der amerikanische Suppenher-steller weltweit bekannt. Weniger bekannt dagegen ist, dass die deut-sche Campbell’s Vertretung seit 1996 in Lübeck sitzt und hier mit der Marke Erasco den deutschen Herd fest im Griff hat. Jeder zweite in Deutschland köchelnde Fertig-Eintopf stammt aus einer Erasco-Verpackung: 52 Prozent des 229 Millionen EURO schweren Eintopf-Marktes entfallen auf die Lübecker. In Deutschland arbeiten 750 Beschäftigte an zwei Produktionsstandorten für Campbell’s Germany, 550 davon in Lübeck, die Restlichen in der Nähe von Magdeburg. Im letzten Geschäftsjahr setzten sie rund 250 Millionen EURO um.
Aber längst ist Erasco mehr als nur Eintopf oder „Nass-Suppe“. Erasco ist eine Dachmarke. Neben den klassischen Ein-Kilogramm-Dosen finden sich unter dem Namen „Suppremo“ und neuerdings auch „Mediterrano“ Suppen und Eintöpfe im Aroma-Pack-Standbeutel oder die bekannte „Heisse Tasse“ Instantsuppe als Erasco-Produkte in den Regalen der Lebensmittelhändler. Ergänzt wird das Programm durch die Fertigsoßen von „Raguletto“, die unabhängig vom Erasco-Dach als eigene Marke geführt werden. Neben der Erweiterung der Vielfalt erfuhr die mehr als 50 Jahre alte Marke Erasco im November 2002 einen neuen Auftritt, Relaunch genannt. Mehr Appetitlichkeit, Frische und Wertigkeit verspricht Erasco. „Wie bieten unseren Kunden ausgewogene Ernährung und gleichzeitig ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis“, erklärt PR-Leiter Christian Cordes. Der Fertig-Eintopf habe zu Unrecht ein schlechtes Image bei vielen Verbrauchern. Schließlich würde die frische Ware roh in die Dose gefüllt, luftdicht verschlossen und erst dann in der Dose gegart, so dass alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten blieben, so Cordes.
Auch das Bild vom „Familien-Eintopf“ stimme nicht mehr: Vor allem die „situativen Alleinesser“, Menschen, die sich schnell mal einen Texas-eintopf oder eine chinesische Gourmet-Hühnersuppe im Büro warm machen, sollen Appetit auf Erasco bekommen.
„Der Trend geht eindeutig in Richtung Convenience-Food“, sagt Cordes. Schnelle Zubereitung und doch etwas geschmacklich Besonderes wünschen immer mehr Verbraucher. Da gilt es neben den Klassikern wie dem Linseneintopf auch exotischere Geschmackserlebnisse wie den Toskanischen Tomaten-Pastatopf zu bieten – und das für jede „Verzehrsituation“: Zwischenmahlzeit, Hauptgericht oder Snack, stets soll der Verbraucher das entsprechende Erasco-Produkt wählen können. Entsprechend breit die Produktpalette: 144 verschiedene Artikel finden sich unter dem Namen Erasco.
Aber längst ist Erasco mehr als nur Eintopf oder „Nass-Suppe“. Erasco ist eine Dachmarke. Neben den klassischen Ein-Kilogramm-Dosen finden sich unter dem Namen „Suppremo“ und neuerdings auch „Mediterrano“ Suppen und Eintöpfe im Aroma-Pack-Standbeutel oder die bekannte „Heisse Tasse“ Instantsuppe als Erasco-Produkte in den Regalen der Lebensmittelhändler. Ergänzt wird das Programm durch die Fertigsoßen von „Raguletto“, die unabhängig vom Erasco-Dach als eigene Marke geführt werden. Neben der Erweiterung der Vielfalt erfuhr die mehr als 50 Jahre alte Marke Erasco im November 2002 einen neuen Auftritt, Relaunch genannt. Mehr Appetitlichkeit, Frische und Wertigkeit verspricht Erasco. „Wie bieten unseren Kunden ausgewogene Ernährung und gleichzeitig ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis“, erklärt PR-Leiter Christian Cordes. Der Fertig-Eintopf habe zu Unrecht ein schlechtes Image bei vielen Verbrauchern. Schließlich würde die frische Ware roh in die Dose gefüllt, luftdicht verschlossen und erst dann in der Dose gegart, so dass alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten blieben, so Cordes.
Auch das Bild vom „Familien-Eintopf“ stimme nicht mehr: Vor allem die „situativen Alleinesser“, Menschen, die sich schnell mal einen Texas-eintopf oder eine chinesische Gourmet-Hühnersuppe im Büro warm machen, sollen Appetit auf Erasco bekommen.
„Der Trend geht eindeutig in Richtung Convenience-Food“, sagt Cordes. Schnelle Zubereitung und doch etwas geschmacklich Besonderes wünschen immer mehr Verbraucher. Da gilt es neben den Klassikern wie dem Linseneintopf auch exotischere Geschmackserlebnisse wie den Toskanischen Tomaten-Pastatopf zu bieten – und das für jede „Verzehrsituation“: Zwischenmahlzeit, Hauptgericht oder Snack, stets soll der Verbraucher das entsprechende Erasco-Produkt wählen können. Entsprechend breit die Produktpalette: 144 verschiedene Artikel finden sich unter dem Namen Erasco.
Robbe und Berking
Flensburg – Über Geschmack kann man streiten, aber in einem Punkt gibt es bei der Silbermanufaktur Robbe und Berking aus Flensburg keine Diskussion: bei der Qualität. „Andere mögen es billiger machen, aber keiner darf es besser machen“, beschreibt Geschäftsführer Ulrich Ackermann die Devise des Unternehmens. Und: „Bei uns dominiert das Design die Produktion und nicht umgekehrt“, betont Ackermann. Alles, was sich die Designer überlegen, werde zu hundert Prozent umgesetzt. „Jedes Teil wird bei uns mit der Hand bearbeitet“, so Ackermann. Heute wie vor hundert Jahren handelt es sich bei Robbe und Berking tatsächlich um eine Manufaktur und keinen Industriebetrieb. Nicht der Produktionsablauf und dessen Rationalisierung, sondern das Produkt steht bei Robbe und Berking im Vordergrund. „So haben wir es geschafft, uns von anderen abzusetzen“, meint Ackermann. Und lag es früher im Selbstverständnis der Flensburger „ein ordentliches Handwerk“ abzuliefern, so sei das heute schon längst nicht mehr genug. Robbe und Berking stehe heute vielmehr für eine echte Luxusmarke, die sich auf vielen Tischen weltweit findet.
Entsprechend ist es wichtig, dass die Händler die Marke Robbe und Berking „adäquat“ präsentieren. „Der Kunde erwartet für hochwertige Ware ein entsprechendes Umfeld.
Über Umsätze spricht man bei Robbe & Berking nicht. Sehr wohl aber darüber, dass Robbe und Berking seinen Marktanteil bei „Echt-Silberbestecken“ im deutschsprachigen Raum und in den Niederlanden seit 1957 von einem Prozent auf heute rund 70 Prozent erhöhen konnte. Aus der 1874 von Nicolaus Robbe und Robert Berking gegründeten Silbermanufaktur mit regionalem Schwerpunkt ist so seit den sechziger Jahren unter Robert Berking und heute Oliver Berking als fünfte Generation das Unternehmen mit Weltruf geworden. Ob im Kreml, im Bundeskanzleramt oder im Palast des Königs von Jordanien, Robbe und Berking glänzt auf vielen festlich eingedeckten Tafeln. Der zurzeit größte Wachstumsmarkt für Robbe und Berking ist Russland. In Moskau haben die Flensburger heute mehr Händler als in New York. 240 Mitarbeiter beschäftigt Robbe und Berking weltweit, davon arbeiten 150 in der Produktion.
4.500 verschiedene Artikel führt Robbe und Berking, die sofort lieferbar sind. Der Kunde erwirbt dabei Bestecke und Tafelsilber mit einer Nachkaufgarantie bis mindestens zum Jahr 2021. Wichtig für den, dem der silberne Austernbrecher verloren geht oder der seine (fast) vollständige Garnitur auch nach vielen Jahren, z. B. um Wachtelbeinhalter, ergänzen möchte. Wichtig aber auch für die, die einfach nur Wert auf etwas Bleibendes legen. Denn, so Ackermann, wenn man bedenke, dass sich der Bundesbürger im Durchschnitt 1,3 Mal im Leben ein Besteck zulegt, dann sollte es doch „etwas Vernünftiges sein“.
Entsprechend ist es wichtig, dass die Händler die Marke Robbe und Berking „adäquat“ präsentieren. „Der Kunde erwartet für hochwertige Ware ein entsprechendes Umfeld.
Über Umsätze spricht man bei Robbe & Berking nicht. Sehr wohl aber darüber, dass Robbe und Berking seinen Marktanteil bei „Echt-Silberbestecken“ im deutschsprachigen Raum und in den Niederlanden seit 1957 von einem Prozent auf heute rund 70 Prozent erhöhen konnte. Aus der 1874 von Nicolaus Robbe und Robert Berking gegründeten Silbermanufaktur mit regionalem Schwerpunkt ist so seit den sechziger Jahren unter Robert Berking und heute Oliver Berking als fünfte Generation das Unternehmen mit Weltruf geworden. Ob im Kreml, im Bundeskanzleramt oder im Palast des Königs von Jordanien, Robbe und Berking glänzt auf vielen festlich eingedeckten Tafeln. Der zurzeit größte Wachstumsmarkt für Robbe und Berking ist Russland. In Moskau haben die Flensburger heute mehr Händler als in New York. 240 Mitarbeiter beschäftigt Robbe und Berking weltweit, davon arbeiten 150 in der Produktion.
4.500 verschiedene Artikel führt Robbe und Berking, die sofort lieferbar sind. Der Kunde erwirbt dabei Bestecke und Tafelsilber mit einer Nachkaufgarantie bis mindestens zum Jahr 2021. Wichtig für den, dem der silberne Austernbrecher verloren geht oder der seine (fast) vollständige Garnitur auch nach vielen Jahren, z. B. um Wachtelbeinhalter, ergänzen möchte. Wichtig aber auch für die, die einfach nur Wert auf etwas Bleibendes legen. Denn, so Ackermann, wenn man bedenke, dass sich der Bundesbürger im Durchschnitt 1,3 Mal im Leben ein Besteck zulegt, dann sollte es doch „etwas Vernünftiges sein“.
Hell
Kiel – Namen machen Marken: Aus Adi Dassler wurde adidas, eine Weltmarke. Auch Kiel kennt einen Namen von Weltruf: Rudolf Hell. Der Erfinder des „Hell-Schreibers“ und des „Helio-Klischographen“ setzte Maßstäbe in der Nachrichtenübertragung und im Druckgewerbe. Noch heute hat der Name Hell einen hervorragenden Klang, einen Ruf, der in der Kieler Firma Hell Gravure Systems GmbH fortlebt. Das Unternehmen entwickelt und baut Graviermaschinen, die für den Tiefdruck benötigt werden. Mit ihrer Hilfe werden die Druck-Informationen auf die Druckzylinder übertragen. Eingesetzt werden sie überall dort, wo hohe Auflagen in hoher Qualität gedruckt werden. Auflagenstarke Magazine wie „stern“ oder „Spiegel“ sowie Kataloge und Verpackungen sind es vor allem, deren Druck mit den Hellmen, den Heliophen, vorbereitet wird. Ein Nischenmarkt, auf dem sich die Kieler äußerst erfolgreich behaupten. 95 Prozent Marktanteil im Publikationsbereich mit Kunden wie Gruner + Jahr sowie über 50 Prozent bei den Verpackungsmaschinen, für die China ein wichtiger Wachstumsmarkt ist. Marktanteile, die Geschäftsführer Siegfried Beißwenger nicht nur auf die Qualität der Produkte selbst zurückführt, sondern auch auf den Namen Hell. „Hell das steht noch immer für Qualität, Zuverlässigkeit und Innovation“, so Beißwenger. Als er 1996 die Leitung der Hell Gravure Systems als Tochter-Unternehmen der Heidelberger Druckmaschinen AG übernahm, habe der Name Hell dem jungen Unternehmen viele Türen geöffnet und sei ein echter Vertrauensvorschuss gewesen, erklärt Beißwenger: „Der Name Hell war und ist für uns ein Wert an sich.“ Heute beschäftigt Hell Gravure Systems 125 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 40 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2002. Zusätzlich etwa 200 Beschäftigte arbeiten bei den Zulieferern des Betriebes. Dabei steht das Unternehmen auch in der Forschung und Entwicklung klar in der Tradition des Erfinders Hell. Alleine 40 Mitarbeiter sind in diesem Bereich tätig. „Wir leben von der Innovation“, sagt Beißwenger. Wichtig in einem Spezialmaschinenmarkt, auf dem Hell Gravure Systems jährlich etwa zehn Großanlagen an die Großdruckereien und über 100 kleine Anlagen an die Verpackungsindustrie verkauft. Befragt danach, weshalb das Unternehmen nicht nur unter dem Namen Hell firmiere, sondern noch den Zusatz „Gravure Systems“ führe, sagt Beißwenger: „Diese Entscheidung bereue ich heute. Im Grunde sind wir auf der ganzen Welt als Hell bekannt.“
